Sonntag | 25.01.2026 | 19 Uhr

€35 | 29  | 22

Poiesis Quartet

 Gewinner des 1. Preises und des Preises für die beste Interpretation der Auftragskomposition beim Banff International String Quartet Competition 2025!

Sarah Ying Ma | Violine

Max Ball   |  Violine

Jasper de Boor | Viola

Drew Dansby | Violoncello

ÜBER DIE KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER

Wir gratulieren dem Poiesis Quartet aus Cincinnati zum 1. Preis und dem Preis für die beste Interpretation der Auftragskomposition beim Banff International String Quartet Competition 2025!

Der kanadische Banff Wettbewerb steht einmal mehr für seine Kompromisslosigkeit, wenn es darum geht, das Streichquartett zu küren, das von allen am meisten zu sagen hat: Mit großer Expertise, Seriosität und viel Spielfreude gewinnt das amerikanische Quartett den Wettbewerb.

„Modern, zeitgemäß, anders – auf dieses Quartett haben wir gewartet!“

PROGRAMM

Johannes Brahms

Streichquartett Nr. 3  B-Dur op. 67

Kevin Lau

Streichquartett Nr. 7 „Surfacing“ 

Joseph Haydn

Streichquartett D-Dur op. 71/2

Coleridge-Taylor Perkinson

Streichquartett Nr. 1 “Calvary”


REZENSION

Innovativer Aufbruchsgeist

Pioniere mit Charisma: Poiesis Quartet in Wiesloch

Von Klaus Roß | Rhein-Neckar-Zeitung vom 29.01.2026


Deutschland-Premiere für vier verheißungsvolle Newcomer: Mit dem 2022 gegründeten Poiesis Quartet aus Cincinnati stellten die Kunstfreunde Wiesloch beim sechsten Saisonkonzert den aktuellen Gewinner des letztjährigen Streichquartett-Wettbewerbes im kanadischen Banff vor. Selbstbewusst queer auftretend, offenherzig-entspannt im direkten kommunikativen Umgang mit dem Publikum, dazu leidenschaftlich engagiert für musikalische Novitäten (eigene Auftragswerke inklusive) wie für vergessene Stücke vernachlässigter Minderheiten (etwa von afro-amerikanischen Komponisten): Das sich am ersten Pult gleichberechtigt abwechselnde Geigenduo Sarah Ying Ma und Max Ball, der Bratscher Jasper de Boor und der Cellist Drew Dansby – allesamt geboren zwischen 2001 und 2003 – verleihen der traditionsstarken Gattung spannende neue Impulse.

Auch das mutige Wieslocher Programm unterstrich die besondere Repertoire-Mission der ebenso brillanten wie spielfreudigen Poiesis-Crew mit Werken von Kevin Lau (Jahrgang 1982) und Coleridge-Taylor Perkinson (1932-2004) denkbar eindrucksvoll. Laus autobiografisch grundiertes siebtes Streichquartett „Surfacing“ (2025 entstanden als erste Auftragskomposition des Ensembles) erlebte im Palatin-Staufersaal gar seine europäische Premiere. Der mitreißende Viertelstünder hat dank plastischer Erfindung und klangsinnlicher Farbenvielfalt durchaus das Zeug zum Publikumsrenner. Ähnliches gilt für das auf dem gleichnamigen Spiritual basierende dreisätzige Streichquartett „Calvary“ (1956) des entdeckenswerten Afro-Amerikaners Perkinson, dessen charakteristisch jazzig befruchtete Neo-Romantik jeden Vergleich etwa zu Barber oder Copland mühelos aushält. Die schier sinfonische Power dieses perfekt gearbeiteten Fundstückes wurde vom Poiesis Quartet wahrhaft lustvoll zelebriert. 

Dass die Gäste aus Cincinnati ihren Banff-Triumph auch auf klassischem Terrain uneingeschränkt verdient haben, stand in Wiesloch ebenfalls außer Zweifel. Unkonventionell zwischen den beiden US-Amerikanern platziert fand sich Joseph Haydns eher selten gebotenes D-Dur-Quartett op. 71/2 (1793) mit seinem treffsicheren Mix aus humoristischem Esprit (Rondo-Finale) und lyrischer Eleganz (A-Dur-Adagio). Und Johannes Brahms‘ überraschenderweise an den Anfang gestelltes B-Dur-Quartett op. 67 klang so enthusiastisch bewegt (Kopfsatz) und fein beseelt (F-Dur-Andante), dass man diesem 1875 in Ziegelhausen komponierten Liebhaberwerk fast wie frisch aus der Taufe gehoben wiederbegegnete. Der Name „Poiesis“ steht also auch im Standardrepertoire nicht nur für höchstes spieltechnisches Format, sondern ebenso für faszinierend persönliche Interpretationskunst. Den entsprechenden Ovationen folgte noch ein Arrangement von Max Ball als unwiderstehlich entfesselte Zugabe.

PROGRAMM

Caroline Shaw

Entr'acte


Joseph Haydn

aus Streichquartett op. 77/2 - Andante


Dmitri Schostakowitsch

 Streichquartett Nr. 7 fis-Moll op. 108


Benjamin Britten

  Three Divertimenti (1936)


Franz Schubert

Streichquartett Nr. 15 G-Dur D 887

  • ÜBER DIE KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER

    Wir gratulieren dem Poiesis Quartet aus Cincinnati zum 1. Preis und dem Preis für die beste Interpretation der Auftragskomposition beim Banff International String Quartet Competition 2025!

    Der kanadische Banff Wettbewerb steht einmal mehr für seine Kompromisslosigkeit, wenn es darum geht, das Streichquartett zu küren, das von allen am meisten zu sagen hat: Mit großer Expertise, Seriosität und viel Spielfreude gewinnt das amerikanische Quartett den Wettbewerb. „Modern, zeitgemäß, anders – auf dieses Quartett haben wir gewartet!“

  • REZENSION

    Innovativer Aufbruchsgeist

    Pioniere mit Charisma: Poiesis Quartet in Wiesloch

    Von Klaus Roß |  RNZ vom 29.01.26


    Deutschland-Premiere für vier verheißungsvolle Newcomer: Mit dem 2022 gegründeten Poiesis Quartet aus Cincinnati stellten die Kunstfreunde Wiesloch beim sechsten Saisonkonzert den aktuellen Gewinner des letztjährigen Streichquartett-Wettbewerbes im kanadischen Banff vor. Selbstbewusst queer auftretend, offenherzig-entspannt im direkten kommunikativen Umgang mit dem Publikum, dazu leidenschaftlich engagiert für musikalische Novitäten (eigene Auftragswerke inklusive) wie für vergessene Stücke vernachlässigter Minderheiten (etwa von afro-amerikanischen Komponisten): Das sich am ersten Pult gleichberechtigt abwechselnde Geigenduo Sarah Ying Ma und Max Ball, der Bratscher Jasper de Boor und der Cellist Drew Dansby – allesamt geboren zwischen 2001 und 2003 – verleihen der traditionsstarken Gattung spannende neue Impulse.

    Auch das mutige Wieslocher Programm unterstrich die besondere Repertoire-Mission der ebenso brillanten wie spielfreudigen Poiesis-Crew mit Werken von Kevin Lau (Jahrgang 1982) und Coleridge-Taylor Perkinson (1932-2004) denkbar eindrucksvoll. Laus autobiografisch grundiertes siebtes Streichquartett „Surfacing“ (2025 entstanden als erste Auftragskomposition des Ensembles) erlebte im Palatin-Staufersaal gar seine europäische Premiere. Der mitreißende Viertelstünder hat dank plastischer Erfindung und klangsinnlicher Farbenvielfalt durchaus das Zeug zum Publikumsrenner. Ähnliches gilt für das auf dem gleichnamigen Spiritual basierende dreisätzige Streichquartett „Calvary“ (1956) des entdeckenswerten Afro-Amerikaners Perkinson, dessen charakteristisch jazzig befruchtete Neo-Romantik jeden Vergleich etwa zu Barber oder Copland mühelos aushält. Die schier sinfonische Power dieses perfekt gearbeiteten Fundstückes wurde vom Poiesis Quartet wahrhaft lustvoll zelebriert. 

    Dass die Gäste aus Cincinnati ihren Banff-Triumph auch auf klassischem Terrain uneingeschränkt verdient haben, stand in Wiesloch ebenfalls außer Zweifel. Unkonventionell zwischen den beiden US-Amerikanern platziert fand sich Joseph Haydns eher selten gebotenes D-Dur-Quartett op. 71/2 (1793) mit seinem treffsicheren Mix aus humoristischem Esprit (Rondo-Finale) und lyrischer Eleganz (A-Dur-Adagio). Und Johannes Brahms‘ überraschenderweise an den Anfang gestelltes B-Dur-Quartett op. 67 klang so enthusiastisch bewegt (Kopfsatz) und fein beseelt (F-Dur-Andante), dass man diesem 1875 in Ziegelhausen komponierten Liebhaberwerk fast wie frisch aus der Taufe gehoben wiederbegegnete. Der Name „Poiesis“ steht also auch im Standardrepertoire nicht nur für höchstes spieltechnisches Format, sondern ebenso für faszinierend persönliche Interpretationskunst. Den entsprechenden Ovationen folgte ein maßgeschneidertes Arrangement von Max Ball als unwiderstehlich entfesselte Zugabe.