
Sonntag | 21.12.2025 | 19 Uhr
€35 | 29 | 22
Kammermusikabend
Daishin Kashimoto Violine
Claudio Bohórquez Violoncello
Éric le Sage
Klavier
ÜBER DIE KÜNSTLER
Klaviertrio par excellence in einem farbenreichen Programm: während Toru Takemitsu in „Between Tides“ seine Motive meditativen Metamorphosen unterzieht, verbirgt Ravels einziges Klaviertrio hinter zart flirrendem, teils exotischem Klangzauber die Dramatik seiner Fertigstellung mitten im Ersten Weltkrieg. Als spätes Meisterwerk krönt Schuberts Es-Dur-Trio das Konzert.
Die Interpreten Daishin Kashimoto, Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, der gefragte Cellist Claudio Bohórquez und der Freiburger Professor Éric Le Sage lassen einen inspirierenden Abend erwarten.
REZENSION
Schubert als Krönung
Solisten-Trio in Wiesloch
von Klaus Roß | Rhein-Neckar-Zeitung vom 24.12.2025
Wenn drei namhafte Solisten ein Klaviertrio-Programm gestalten, erscheinen ensemblespezifische Qualitäten bisweilen deutlich weniger ausgeprägt als bei festen Formationen. Nicht so im Falle von Eric Le Sage, Claudio Bohórquez und Daishin Kashimoto: Der französische Pianist, der deutsch-südamerikanische Cellist – Professoren in Freiburg bzw. Berlin – und der langjährige japanische Konzertmeister der Berliner Philharmoniker zeigten sich beim vierten Saisonkonzert der Kunstfreunde Wiesloch im dicht besetzten Palatin-Staufersaal als echtes kammermusikalisches Team mit bestem Gespür für organische Interaktion und klangliche Balance.
So konnten schon die sublimen Wellenbewegungen und Motivmetamorphosen in Toru Takemitsus impressionistisch inspiriertem Spätwerk „Between Tides“ (1993) ihre ganze atmosphärische Suggestionskraft entfalten. Hier fand man bestätigt, dass diese gut viertelstündige Fantasie des japanischen Meisters (1930-1996) zu den faszinierendsten Standardrepertoire-Zugängen der neueren Klaviertrio-Literatur gehört.
Stimmig gefolgt wurde das durchaus an Vorbilder wie Debussy oder Messiaen erinnernde Takemitsu-Stück von Maurice Ravels gleichfalls singulärem a-moll-Trio (1914), mit dessen Aufführung die fabelhaft harmonierenden Gäste dem aktuellen Ravel-Jubiläumsjahr (150. Geburtstag) einen finalen Höhepunkt bescherten. Transparenter, klangsinnlicher, rhythmisch pikanter und insbesondere melodisch beseelter als bei Le Sage, Bohórquez und Kashimoto schien dieser farbraffinierte Viersätzer kaum vorstellbar. Dass gerade die zentrale „Passacaille“ zu den ausdrucksstärksten Schöpfungen des insofern gerne unterschätzten Komponisten zählt, kam dabei sehr schön heraus.
Untrüglichen Sinn für Franz Schuberts epische Dimensionen verriet das erfahrene Solisten-Ensemble im programmkrönenden Es-Dur-Trio D 929 von 1827, dessen Ecksätze ihre quasi-sinfonische Opulenz mit geschmeidigster Klarheit verströmten. Souverän auf den Punkt gebracht wirkten auch das duftig beschwingte Scherzo und erst recht der berühmte c-moll-Mittelsatz (Andante con moto), in dem die drei wunderbar detailsensiblen Kammermusik-Enthusiasten großes lyrisches Format demonstrierten. Mit Johannes Brahms‘ ungarischem Tanz WoO 1/6 hielt das vom Wieslocher Publikum anhaltend gefeierte Trio sogar noch eine furiose Zugabe bereit.
PROGRAMM
Toru Takemitsu
Between Tides (1993)
Maurice Ravel
Klaviertrio a-Moll
Franz Schubert
Klaviertrio Es-Dur op. 100 D 929
-
ÜBER DIE KÜNSTLER
Klaviertrio par excellence in einem farbenreichen Programm: während Toru Takemitsu in „Between Tides“ seine Motive meditativen Metamorphosen unterzieht, verbirgt Ravels einziges Klaviertrio hinter zart flirrendem, teils exotischem Klangzauber die Dramatik seiner Fertigstellung mitten im Ersten Weltkrieg. Als spätes Meisterwerk krönt Schuberts Es-Dur-Trio das Konzert.
Die Interpreten Daishin Kashimoto, Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, der gefragte Cellist Claudio Bohórquez und der Freiburger Professor Éric Le Sage lassen einen inspirierenden Abend erwarten.
-
REZENSION
Schubert als Krönung
Solisten-Trio in Wiesloch
von Klaus Roß | Rhein-Neckar-Zeitung vom 24.12.2025
Wenn drei namhafte Solisten ein Klaviertrio-Programm gestalten, erscheinen ensemblespezifische Qualitäten bisweilen deutlich weniger ausgeprägt als bei festen Formationen. Nicht so im Falle von Eric Le Sage, Claudio Bohórquez und Daishin Kashimoto: Der französische Pianist, der deutsch-südamerikanische Cellist – Professoren in Freiburg bzw. Berlin – und der langjährige japanische Konzertmeister der Berliner Philharmoniker zeigten sich beim vierten Saisonkonzert der Kunstfreunde Wiesloch im dicht besetzten Palatin-Staufersaal als echtes kammermusikalisches Team mit bestem Gespür für organische Interaktion und klangliche Balance.
So konnten schon die sublimen Wellenbewegungen und Motivmetamorphosen in Toru Takemitsus impressionistisch inspiriertem Spätwerk „Between Tides“ (1993) ihre ganze atmosphärische Suggestionskraft entfalten. Hier fand man bestätigt, dass diese gut viertelstündige Fantasie des japanischen Meisters (1930-1996) zu den faszinierendsten Standardrepertoire-Zugängen der neueren Klaviertrio-Literatur gehört.
Stimmig gefolgt wurde das durchaus an Vorbilder wie Debussy oder Messiaen erinnernde Takemitsu-Stück von Maurice Ravels gleichfalls singulärem a-moll-Trio (1914), mit dessen Aufführung die fabelhaft harmonierenden Gäste dem aktuellen Ravel-Jubiläumsjahr (150. Geburtstag) einen finalen Höhepunkt bescherten. Transparenter, klangsinnlicher, rhythmisch pikanter und insbesondere melodisch beseelter als bei Le Sage, Bohórquez und Kashimoto schien dieser farbraffinierte Viersätzer kaum vorstellbar. Dass gerade die zentrale „Passacaille“ zu den ausdrucksstärksten Schöpfungen des insofern gerne unterschätzten Komponisten zählt, kam dabei sehr schön heraus.
Untrüglichen Sinn für Franz Schuberts epische Dimensionen verriet das erfahrene Solisten-Ensemble im programmkrönenden Es-Dur-Trio D 929 von 1827, dessen Ecksätze ihre quasi-sinfonische Opulenz mit geschmeidigster Klarheit verströmten. Souverän auf den Punkt gebracht wirkten auch das duftig beschwingte Scherzo und erst recht der berühmte c-moll-Mittelsatz (Andante con moto), in dem die drei wunderbar detailsensiblen Kammermusik-Enthusiasten großes lyrisches Format demonstrierten. Mit Johannes Brahms‘ ungarischem Tanz WoO 1/6 hielt das vom Wieslocher Publikum anhaltend gefeierte Trio sogar noch eine furiose Zugabe bereit.
